FBA – Schnittmuster anpassen für große Oberweite

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Inhalt

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Schnittmuster anpassen bei großer Oberweite? Nicht bei mir!

Wenn du kein B-Körbchen trägst, kennst du das Problem: Du willst dir endlich ein Oberteil nähen, das auch wirklich gut sitzt – aber das Standard-Schnittmuster passt einfach nicht. Kein Wunder, denn die meisten Mehrgrößenschnitte sind nur für eine Körbchengröße gemacht, meist B. Für alle anderen heißt das: Anpassen, anpassen, anpassen.

Nicht bei meinen Schnittmustern.
Ich entwickle meine Schnitte von Anfang an mit drei unterschiedlichen Oberweiten-Varianten. Du wählst direkt die Version, die zu deiner Brust passt – und kannst sofort losnähen. Ohne FBA. Ohne Rumprobieren. Ohne Frust.

Das heißt für dich:
Du musst nichts anpassen, um ein Kleidungsstück zu bekommen, das deiner Oberweite gerecht wird. Einfach nähen – und es passt.

Maßnehmen zum Schnittmuster anpassen

Damit du diese Schnittanpassung selbst machen kannst, brauchst du zwei Maße:
deinen Oberbrustumfang und deinen schräg gemessenen Brustumfang.

Wie du diese beiden Maße richtig nimmst, zeige ich dir Schritt für Schritt in meinem Blogbeitrag zum richtigen Maß nehmen.

Schau da unbedingt rein, bevor du loslegst – denn exakte Maße sind die Grundlage für eine gute Passform.

Größe auswählen bei einer FBA

Wenn du mehr Oberweite hast als ein Standard-B-Körbchen, funktioniert die übliche Methode zur Größenauswahl bei Schnittmustern nicht mehr richtig.

Wählst du die Größe nur nach deinem Brustumfang, ist das Oberteil oft an den Schultern und im Armbereich viel zu weit – einfach weil dein Brustumfang durch das größere Körbchen „künstlich“ mehr ist.

Die Lösung:
Wähle das Schnittmuster eine Größe kleiner – also nach deinem Oberbrustumfang.

Beispiel:
Laut Maßtabelle bräuchtest du Größe 46? Dann nimm stattdessen Größe 44 als Basis und passe die Brustweite gezielt an – z. B. mit einer FBA (Full Bust Adjustment).

Eine FBA - Full Bust Adjustment durchführen

Brustpunkt bestimmen

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Bevor du eine Schnittanpassung für eine große Oberweite machst, musst du zuerst den Brustpunkt im Schnittmuster bestimmen.

Der Brustpunkt ist die vollste Stelle deiner Brust – genau dort, wo auch dein Brustumfang gemessen wird.

Es gibt mehrere Wege, diesen Punkt zu ermitteln. Am einfachsten ist es so:

  • Halte das Schnittteil an deinen Körper.

  • Achte darauf, dass der Stoffbruch in der vorderen Mitte liegt und die Schulternaht auf dem höchsten Punkt deiner Schulter sitzt.

Jetzt kannst du direkt auf dem Schnittteil mit einem Stift den Punkt markieren, an dem dein eigener Brustpunkt liegt. Dieser Punkt ist die Basis für deine Anpassung.

Schnittlinien zur Schnittanpassung

Schnittmuster anpassen grosse Oberweite FBA Full Bust Adjustment Schnittanpassung PiexSu 02

Damit du die Schnittanpassung vornehmen kannst, musst du das Schnittmuster einschneiden. Dafür zeichnest du drei Linien ein, die alle vom zuvor bestimmten Brustpunkt ausgehen:

  1. Eine Linie verläuft senkrecht vom Brustpunkt zum Saum, parallel zur vorderen Mitte.

  2. Die zweite Linie führt waagerecht vom Brustpunkt zur Seitennaht – im 90°-Winkel.

  3. Die dritte Linie verläuft schräg (etwa im 45°-Winkel) vom Brustpunkt zum Armausschnitt.

Diese Linien brauchst du, um das Schnittteil später korrekt aufzudrehen.

Nun schneidest du das Schnittmuster entlang dieser Linien ein:

  • Beginne beim Saum und schneide durchgehend über den Brustpunkt bis kurz vor den Armausschnitt. Wichtig: Nicht ganz durchschneiden – am Armausschnitt bleibt ein kleiner Papiersteg, damit das Teil noch zusammenhält.

  • Dann schneidest du von der Seitennaht zur Brustpunktlinie – auch hier wieder nur fast bis zum Brustpunkt, nicht komplett durchtrennen.

Jetzt ist dein Schnitt vorbereitet für die eigentliche Anpassung.

Abnäher konstruieren

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Jetzt konstruierst du den neuen Abnäher – und zwar anhand deiner Oberbrustdifferenz.

Dazu drehst du die eingeschnittenen Schnittteile so auf, dass der Teil mit der Seitennaht nach unten kippt. Dadurch öffnet sich in der Mitte eine Lücke – genau dort, wo du vorher die senkrechte Linie vom Brustpunkt zum Saum eingezeichnet hast.

Diese Lücke muss genau der halben Oberbrustdifferenz entsprechen.

Beispiel:
Dein Oberbrustumfang ist 110 cm, dein Brustumfang 120 cm.
→ Deine Oberbrustdifferenz beträgt 10 cm.
→ Also muss die Öffnung in der Mitte 5 cm breit sein.

Das ist der zusätzliche Platz, den du für deine Brust brauchst – und der wird über den neuen, größeren Abnäher ausgeglichen.

Schnittmuster vervollständigen

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Zum Abschluss der Schnittanpassung legst du das Schnittmuster auf ein neues Stück Papier und fixierst es mit Klebestreifen, damit nichts verrutscht.

Jetzt siehst du in der Mitte die entstandene Lücke. Um den Schnitt wieder „nähbar“ zu machen, musst du die Saumlinie des Mittelteils (also die innere Kante) gerade nach unten verlängern, bis sie auf Höhe der Saumlinie des Außenteils (mit der Seitennaht) liegt.

So entsteht eine neue, durchgehende Saumlinie – und dein Schnittteil ist wieder vollständig.

Abnäher zeichnen

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Damit du das Schnittteil nähen kannst und es später an der Seitennaht und in der Taille sauber zu den anderen Schnittteilen passt, müssen jetzt die Abnäher eingezeichnet werden.

Grundsätzlich gilt:
Abnäher enden etwa 3 cm vor dem Brustpunkt, damit sie sich schön an den Körper anschmiegen.

Durch das Aufdrehen des Schnittmusters ist bereits ein seitlicher Abnäher entstanden – von der Seitennaht in Richtung Brustpunkt.
→ Zeichne diesen Abnäher jetzt sauber nach und lasse ihn ca. 3 cm vor dem Brustpunkt auslaufen.

Zusätzlich brauchst du einen zweiten Abnäher, der von der Taillenlinie nach oben in Richtung Brustpunkt verläuft.
→ Auch dieser endet etwa 3 cm vor dem Brustpunkt.
→ Die Breite an der Taille entspricht dabei deiner halben Oberbrustdifferenz.

Beispiel:
Hast du eine Differenz von 10 cm zwischen Oberbrust- und Brustumfang, ist dieser Abnäher 5 cm breit.

Beide Abnäher laufen auf denselben Punkt zu, enden aber vorher – so formst du das Vorderteil perfekt an deine Oberweite an.

Nahzugabe nach der Schnittanpassung

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Nachdem du dein Schnittmuster erfolgreich an deine größere Oberweite angepasst hast, kannst du jetzt den Stoff zuschneiden.

Wichtig: Füge überall dort, wo nicht im Stoffbruch zugeschnitten wird, deine gewünschte Nahtzugabe hinzu.

Besonders bei den neuen Abnähern solltest du darauf achten:
Durch die Schnittanpassung sind neue Abnäher entstanden – diese bekommen beim Zuschneiden automatisch ein kleines „Dach“ an der Spitze. Dieses Dach hilft dir später beim Nähen, denn so lassen sich die Abnäher sauber und präzise schließen, ohne dass eine Ecke oder Falte entsteht.

Jetzt ist dein Schnitt fertig vorbereitet – und du kannst mit dem Nähen loslegen.

Was tun, wenn im Schnitt bereits ein Abnäher vorhanden ist?

Du möchtest eine Full Bust Adjustment (FBA) machen, aber dein Schnitt enthält bereits einen Abnäher? Dann ist das kein Problem – du musst nur wissen, wie du mit dem vorhandenen Abnäher umgehst, denn dieser nimmt ja schon Weite und Länge auf. Ignorieren wäre keine gute Idee, weil das die Passform komplett durcheinanderbringen würde. Es gibt zwei sinnvolle Wege, wie du mit einem vorhandenen Abnäher bei einer FBA umgehen kannst:

Möglichkeit 1: Den vorhandenen Abnäher ignorieren und später schließen

Du führst die FBA so durch, als wäre kein Abnäher vorhanden. Das bedeutet: du platzierst deinen Brustpunkt, schneidest den Schnitt wie gewohnt auf, drehst ihn auf und nimmst die Weite auf – und der „neue“ Abnäher entsteht zum Beispiel in der Schulter oder Seitennaht.
Der ursprüngliche Abnäher bleibt bestehen und wird einfach wie vorgesehen genäht. Das funktioniert gut, wenn du mit dem Sitz und der Position des vorhandenen Abnähers zufrieden bist oder ihn gestalterisch behalten willst.

Möglichkeit 2: Den vorhandenen Abnäher erweitern

Das ist die sauberste Lösung, wenn der Abnäher sinnvoll platziert ist – also idealerweise direkt auf deinen echten Brustpunkt zeigt. In diesem Fall schneidest du den Abnäher mittig auf, führst die Linie bis zum Brustpunkt, und drehst von dort den Schnitt wie bei einer klassischen FBA auf. Der ursprüngliche Abnäher wird dadurch automatisch breiter und nimmt die zusätzliche Weite auf, die du brauchst.

So wird aus einem kleinen Abnäher z. B. ein 8 cm breiter Abnäher – ohne dass zusätzliche Abnäherlinien entstehen. Diese Methode ist besonders elegant, weil du die vorhandene Schnittführung nutzt und keine neuen Linien brauchst.

Was, wenn der Abnäher nicht auf den Brustpunkt zeigt?

Dann solltest du zuerst prüfen, ob das gestalterisch gewollt ist – zum Beispiel bei Designs mit Falten, Teilungsnähten oder mehreren Abnähern. Wenn es aber nicht auf deinen Körper passt, dann verlege den Abnäher vorab:
Zeichne ihn entlang der Nahtlinie oder auf direktem Weg zum Brustpunkt um. Das dauert nur ein paar Minuten, verbessert aber die Passform deutlich und erleichtert die anschließende FBA.

WICHTIG:

  • Die Abnäherspitze gehört nicht direkt auf den Brustpunkt, sondern endet immer ein paar Zentimeter davor (je nach Körbchengröße).

  • Wenn der neue Abnäher sehr breit wird (mehr als ca. 6–7 cm), kannst du ihn nach der FBA aufteilen (z. B. in zwei kleinere Abnäher) oder in eine andere Richtung verlegen.

  • Länge, die durch die FBA entsteht, muss ebenfalls angepasst werden – meist wird sie in der vorderen Mitte ergänzt.

Fazit zur FBA bei einem vorhandenen Abnäher

Ein vorhandener Abnäher ist kein Hindernis bei einer FBA – du musst nur entscheiden, ob du ihn einbeziehen oder ignorieren willst. Wenn er gut sitzt, lohnt es sich, ihn zu erweitern. So sparst du dir zusätzliche Linien im Schnitt und bekommst trotzdem die Weite und Länge, die du brauchst.

Auf meinem Blog findest du Tipps und Tricks rund um das Nähen und Plotten und ganz viel Inspiration für deine Kreativität!

Ich wünsch dir viel Spaß beim stöbern!

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3 Antworten

  1. Hallo! Vielen Dank für deine tollen Anleitung. Ich verschlinge sie gerade und finde auch deine Stimme sehr angenehm in den Videos. Vielen Dank dafür! Ich muss gerade bei einem Schnitt eine FBA machen. Allerdings ist schon ein Abnäher vorhanden. Kannst du mir helfen was ich dann tun kann wenn schon ein Abnäher vorhanden ist? Es gibt etliche Anleitung für eine FBA aber keiner sagt was zum Thema vorhandenen Abnäher. Würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen!

    1. Hallo Julia

      Danke für deine Nachricht.
      Im Grunde läuft es ganz genauso, wie eine “normale” FBA. Du erweiterst den quasi vorhandenen Abnäher.

      Ist bereits ein Abnäher vorhanden, zeigt er auf einen Brustpunkt. Du solltest zuerst den Abnäher so verlegen, dass er mit deinem Brustpunkt übereinstimmt. Erst dann kannst du die bereits bekannte FBA machen.

      Ich hoffe, dass ich dir damit weiterhelfen konnte.

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